Meisterclass – ein DIY-Startup vor dem Launch

by • 9. Mai 2014 • KölnComments (4)11801

Zwei große strickende Hände, das Meisterclass-Logo und eine Anmeldebox; mehr ist noch nicht zu sehen. Doch schon bald sollen hier junge, moderne Frauen von Grund auf Stricken und später auch Häkeln, Nähen, Basteln und andere Handwerkskünste lernen. Bis dahin war eine Strecke zurückzulegen, die wir mit den beiden Kölner Gründerinnen Linda Dannenberg und Verena von Stromberg in einem ersten Teil erzählen möchten. Der zweite Teil folgt nach dem Launch.

Zum Artikel: Wir begleiten Startups beim Launch eines neuen Produkts in zwei Teilen. Der erste Teil ist vor dem Launch. Darin zeigen wir verstärkt die Entstehung des Startups und die Entwicklung des Produkts. Im zweiten Teil gehen wir auf das Produkt selbst, die Finanzierung und die zukünftige Entwicklung ein.

Meisterclass – Die Idee

Wie so oft bei Startups hat die erste Idee zu Meisterclass persönliche Beweggründe. Nicht anders bei Linda Dannenberg, die das, was sie vorfand, als alles andere als befriedigend empfand. In ihrem Fall: Tutorials auf YouTube, die ihr erklären sollten, wie man die Maschen am Anfang eines Strickstücks anschlägt. Eigentlich eine einfach Sache, eine Anfängersache. Doch ihre weitere Recherche ergab auch außerhalb YouTubes keinen zufriedenstellenden Ergebnisse. Für einen Kurs an der Volkshochschule hatte sie keine Zeit, sie wollte am liebsten Sonntagsnachmittags auf dem heimischen Sofa stricken lernen. Die Idee einer Video-Plattform für Do-It-Yourself-Anfänger war geboren. Zeitpunkt der Idee: Anfang 2013.

 

Das Team

beide-zusammen

Linda Dannenberg (links) und Verena von Stromberg sind die gleichberechtigten Gründer hinter Meisterclass.

Linda Dannenberg (im Bild links) studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln und der University of Bristish Columbia in Vancouver, Kanada. Während ihres Studium arbeitete sie unter anderem für das Kölner Online Fashion Startup armedangels. Außerdem beschäftigte sie sich für einige Zeit mit einem Online Nachhilfe Startup in London und Seattle. Dannenberg schrieb ihre Master-Arbeit zum Thema „Valuation of Internet Startup Companies“. Für Meisterclass kündigte sie im September 2013 ihren Job bei e.ventures Europe, um Fulltime an  Meisterclass arbeiten zu können. Schaut man auf ihre Erfahrungen der letzten Jahre, scheint die Gründung eines Startups lediglich eine Frage der Zeit gewesen zu sein.

Allerdings galt es erst einmal einen Partner zu finden. Über einen gemeinsamen Freund lernte Linda Verena von Stromberg kennen (rechts auf dem Bild). Sie telefonierten und es hat sofort gefunkt, erzählt von Stromberg. Gebürtig in Köln studierte von Stromberg ebenfalls BWL mit einem Master in Innovationsmanagement in Kopenhagen und Mailand. Nach verschiedenen Stationen arbeitete sie zuletzt 4,5 Jahre bei einer Unternehmensberatung in Berlin. Ihr Job: Präsentationen erstellen. Auf der Suche nach einer neuen Ausrichtung, war es dann an Silvester eine klare Sache für sie. Dannenberg bekam am Abend des 31. Dezember 2013 die definitive Zusage per Whatsapp: Ich bin dabei.

 

„Es hat sofort gefunkt!
Ich bin dabei.“

 

Heute sind die beiden Frauen gleichberechtigte Partnerinnen. Da das Team noch klein ist, kümmert sich irgendwie jeder um alles, erklären sie im Interview. Dennoch gibt es bestimmte Zuständigkeiten. Linda von Dannenberg kümmert sich hauptsächlich um Investorenansprache, Finanzen, IT und klassisches Online-Marketing. Verena von Stromberg konzipiert die Videokurse, kümmert sich um Content auf allen Kanälen sowie Operations. Was sich beide nicht nehmen lassen: Die Wolle anzufassen und sich selbst einen Eindruck von der Qualität zu machen.

Das Produkt

Meisterclass ist eine Video-Plattform für Do-It-Yourself-Fans, und solche, die es werden wollen. Denn die Zielgruppe besteht insbesondere aus Anfängern, die noch nie eine Stricknadel in der Hand hatten, jetzt aber ernsthaft Stricken lernen wollen. Dabei haben sie keine Lust sich erst ein Buch zu dem Thema durchzulesen.

Und das funktioniert so: Man kauft einen Kurs. Ein Kurs besteht aus mehreren Projekten und zu jedem Projekt gibt es ein bis zwei Videos, die man sich mit  Kauf des Kurses beliebig oft und jederzeit anschauen kann. Die Videos sind zwischen ein bis zwei Stunden lang. Bei der Erstellung der Videos wurde dabei besonders viel Wert darauf gelegt, das die Meister gut und ausführlich erklären und die Qualität des Videos hochwertig ist. Einen ersten Eindruck bekommt man im YouTube-Kanal von Meisterclass. Über die Kommentar-Funktion unter den Videos kann man in Kontakt mit dem Meister treten, aber auch die Community kann so Fragen beantworten.

Wie Meisterclass einmal aussehen wird, wollen die beiden Gründerinnen noch nicht verraten. Nur diesen Bildschirmschuss konnte die Redaktion von den beiden bekommen.

Wie Meisterclass einmal aussehen wird, wollen die beiden Gründerinnen noch nicht verraten. Nur diesen Bildschirmschuss konnte die Redaktion von den beiden bekommen.

Das Geschäftsmodell

Eine Monetarisierung findet zum Einen über den Verkauf der Kurse statt, die zwischen 10 bis 30 € kosten sollen, je nachdem wie ausführlich oder groß der Kurs ist. Zum Anderen aber auch über den Verkauf von Material-Kits, die sofort mit Launch der Plattform verfügbar sein sollen. Als Beispiel für ein solches Kit zeigen sie bereits jetzt in einem ihrer Trailer-Videos das Baby-Starter-Kit. Passend zum Kurs findet sich in der Box genau die Menge an Wolle, die man für Decke, Jacke, Mütze und Schuhe braucht. Einen Kurs kann man problemlos aber auch ohne das Kit absolvieren.

Die Videos machen einen hoch professionellen Eindruck.

Die Videos machen einen professionellen Eindruck und glänzen mit Perspektiven, die einem Übersicht geben.

 

Bis zum Launch gibt es noch einiges für die beiden Gründerinnen zu erledigen. Ihr Motto passt dabei ganz gut zu ihrer Plattform: „Uns ist wichtig erst einmal alles selbst zu machen.“ Damit wollen sie Prozesse verstehen und Einfluss auf die Qualität nehmen. So packen sie in der ersten Phase die Meister-Kits auch noch selbst, in ihrem aktuellen Büroraum, dem Kölner Inkubator STARTPLATZ.

 

„Uns ist wichtig erst einmal alles
selbst zu machen.“

 

Wenn es aber richtig los geht, soviel wissen sie schon jetzt, dann brauchen sie ein Büro mit besseren Lagermöglichkeiten. Der Launch soll noch im Mai erfolgen.

Der zweite Teil dieses Artikels folgt nach Launch der Plattform und bezieht sich verstärkt auf das Produkt, das Business-Modell, Finanzierung und die zukünftige Entwicklung.
 

Links und weiterführende Informationen:

Pin It

Related Posts

4 Responses to Meisterclass – ein DIY-Startup vor dem Launch

  1. Axel Heinz sagt:

    Ist ja eine genaue Kopie von http://www.makerist.de , die Kits sehen genauso aus und sogar die Preise sind abgekuckt – soviel zum Thema Innovationen und Kreativität 😉

  2. Hallo Herr Heinz,

    soweit ich das verstanden habe ist die Konzentration auf die absoluten Anfänger das Alleinstellungsmerkmal. Darauf wollte ich eigentlich in einem zweiten, etwas kritischeren Teil, eingehen.

    Da sie es jetzt aber verständlicherweise zur Sprache bringen, kann man diesen Punkt aber auch schon hier anführen.

    MFG Thomas Riedel

  3. Axel Heinz sagt:

    Hallo Herr Riedel,

    das wäre tatsächlich ein Unterschied, da http://www.makerist.de breiter aufgestellt ist und Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene anbietet, sowie neben Stricken auch noch Häkeln, Nähen, Tortendekoration und bald auch Fotografie.

    Vielen Dank für die Erläuterung und schönen Gruß aus Berlin,

    Axel Heinz

  4. […] wir Anfang Mai mit den beiden Gründerinnen Linda Dannenberg und Verena von Stromberg sprachen, sah ihr Plan vor, Meisterclass Ende Mai zu launchen. Für die geschlossene beta-Phase hatte es im […]

Kommentar verfassen